Sie sind also gerade am Václav-Havel-Flughafen in Prag gelandet. Sie blicken aus dem Fenster, sehen die sanften böhmischen Hügel und denken sich: „Mensch, das wäre doch eine fantastische Idee! Günstig, umweltfreundlich und absolut originell – ich pfeife auf das Taxi und fahre einfach mit dem Fahrrad direkt in das historische Herz Europas!“
Das klingt romantisch. Das klingt legendär. Das klingt genau nach etwas, das ein echter Fahrrad-Fanatiker durchziehen würde.
Aber ist das überhaupt machbar?
Flucht vom Flughafen: Mission (fast) unmöglich
Um die brennendste Frage gleich vorweg zu beantworten: Kann man direkt am Prager Flughafen ein Fahrrad mieten und entspannt in den Sonnenuntergang radeln? Die kurze Antwort lautet: Nein, nicht wirklich. Es sei denn, Sie haben Ihr eigenes Klapprad im Pappkarton mitgebracht und besitzen einen Master-Abschluss in Maschinenbau, um es direkt am Gepäckband zusammenzuschrauben. Einen Fahrradverleih neben den klassischen Autovermietungen sucht man hier vergeblich. Auch praktische Bike-Sharing-Stationen direkt vor dem Terminal 1 gibt es derzeit nicht.
Und selbst wenn Sie wie durch ein Wunder ein Fahrrad in der Ankunftshalle herbeizaubern würden: Der Weg führt Sie unweigerlich über autobahnähnliche Schnellstraßen, komplexe Autobahnkreuze und vorbei an einer gähnenden Leere, was gemütliche, asphaltierte Fahrradwege angeht. Das Ganze gleicht weniger einem entspannten europäischen Urlaub als vielmehr einer extremen Überlebenssportart.
Ist Prag eine fahrradfreundliche Stadt? (Spoiler: Nicht wirklich)
Seien wir mal ehrlich: Prag ist spektakulär. Die Stadt bietet atemberaubende Architektur, fantastisches Bier und Jahrhunderte voller Geschichte. Was sie allerdings nicht hat, ist eine leidenschaftliche Liebesbeziehung zum urbanen Radverkehr. Wenn Kopenhagen das Paradies für Radfahrer ist, dann ist Prag der ultimative Hindernisparcours.
Warum ist es so schwer, Prag auf zwei Rädern zu erkunden?
- Die Topographie: Prag wurde auf Hügeln erbaut. Und zwar auf steilen. Wenn Sie keine Oberschenkel aus Stahl haben, werden Sie schon fünf Minuten nach dem Start klitschnass geschwitzt sein.
- Die Straßen: Das historische Zentrum ist berühmt für seine engen, verwinkelten Gassen. Wunderschön anzusehen, aber purer Nervenkitzel, wenn man sie sich mit einer rasanten Straßenbahn und drei Lieferwagen teilen muss.
- Das Kopfsteinpflaster: Das charmante, historische Kopfsteinpflaster, das Prag so fotogen macht, wird Ihnen ordentlich die Zähne durchschütteln, wenn Sie versuchen, mit einem normalen Rad darüberzubügeln.
- Die Touristen: Der Versuch, über die Karlsbrücke oder durch den Altstädter Ring zu radeln, ist im Grunde ein Reallife-Spiel Frogger – nur dass die Hindernisse hier abgelenkte Touristen mit Baumstriezeln (Trdelník) und Selfie-Sticks sind.
Aber Halt! Es gibt Hoffnung (und E-Bikes)
Wenn Sie ein echter Fahrrad-Enthusiast sind und sich von ein paar Hügeln und Kopfsteinpflaster nicht die Laune verderben lassen, können Sie Prag trotzdem wunderbar auf zwei Rädern ecu-kunden. Sie müssen es nur zuerst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Transfer in die Innenstadt schaffen und sich dort Ihren fahrbaren Untersatz besorgen.
Diese lokalen Anbieter helfen Ihnen gerne weiter:
- Rekola: Das sind die knallpinken Fahrräder, die überall in der Stadt verteilt stehen. Es ist ein lokales Bike-Sharing-System: App herunterladen, pinkes Rad finden, entsperren und losdüsen. Perfekt für kurze Wege (sofern Ihre Nerven dem Verkehr standhalten).
- Nextbike: Ein weiteres großes Bike-Sharing-Netzwerk, das in Prag aktiv ist und sich super einfach per App steuern lässt.
- Prag per E-Bike / Lokale Tour-Agenturen: Wenn Sie Prags berüchtigte Hügel bezwingen möchten, ohne danach einen medizinischen Notfall zu erleiden, suchen Sie sich am besten einen Verleih im Zentrum, der E-Bikes oder geführte Radtouren anbietet. Ein eingebauter Rückenwind hinauf zur Prager Burg ist ein absoluter Game-Changer!
Die vernünftigere Alternative
Wir bewundern Ihren Tatendrang, das Klima zu schonen und den Geldbeutel zu entlasten. Aber nach einem langen Flug Ihr Gepäck auf dem Fahrrad bei 12 % Steigung über holpriges Kopfsteinpflaster zu zerren, lässt Sie Ihre Urlaubsentscheidung eventuell schnell bereuen.
Wenn Sie feststellen, dass der Kampf gegen den Flughafenverkehr auf zwei Rädern nicht Ihre Vorstellung von einem entspannten Urlaubsauftakt ist, wählen Sie einfach die stressfreie Variante. Sie können stattdessen ganz bequem einen Flughafentransfer ab dem Prager Flughafen buchen, der Sie und Ihre Koffer sicher direkt zu Ihrem Hotel bringt. Sobald Sie eingecheckt und frisch erholt sind, können Sie sich immer noch aufs Fahrrad schwingen und das Prager Kopfsteinpflaster mit klarem Kopf erobern!





